
Die Holy-Lampe
Hier passte irgendwie nichts zusammen… Passte schon, aber gehörte nicht!
Typ: 15“‘ Volksbrenner und Tank von Carl Holy, Berlin.
Baujahr: Irgendwann Anfang der 1900er
Namensgebung: Na so? Nu kuck!
Zustand: An sich top, aber anders als jetzt. ,-)
Ihre Geschichte
Auch hier weiß ich wieder recht wenig von dem, was 100 Jahre lang passiert ist. Interessant ist, dass auf einen Tank der an sich auch für Qualität bekannten Firma Carl Holy ein Brenner aufgeschraubt wurde, dessen Ursprung bislang nicht geklärt ist. Normalerweise war das andersherum gedacht: Von Carl Holy wurden Brenner angeboten, die auf andere Lampen passten, um die Lichtausbeute zu erhöhen.
Was war zu tun?
Zu Anfang funktionierte irgendwie gar nichts. Der Docht war mies; die Lampe brannte ein paar Minuten mit guter Lichtausbeute, wurde dann aber dunkler und fing schließlich an zu flackern. Da ich mir auf anderem Wege einen 15linigen Volksbrenner (ebenfalls von Carl Holy) beschafft hatte, entschloss ich mich, selbigen Brenner hier zu montieren. Nach einigem Hin und Her funktionierte das schließlich auch. Lampenfuß und Brenner aus derselben Schmiede bilden nun eine harmonische Einheit.

Besonderheiten
Der Volksbrenner ist ein Flammscheibenbrenner, hier sogar mit einer gelochten Flammscheibe, die einerseits die Flamme dazu zwingt, in die Breite zu gehen, und ihr andererseits von innen Luft zuführt. Gegenüber dem KOSMOS-Brenner gibt das ein deutliches Plus an Lichtausbeute. Rechts im Bild der Brenner komplett, unten die Flamme.

Benötigt wird für diesen Brenner ein Glaszylinder vom Typ Matador/Ideal mit kugeliger Auswölbung. Es ergibt sich eine helle, aber weiche in die Breite gestreute Flamme – und ein ziemlicher Durst!
Leistungsmäßig vergleichbar ist dieser Brenner mit einer matten Glühlampe von 15 bis 20 Watt – plus ca. 1kW Heizleistung. ,-)

Links die Flammscheibe von oben aufgenommen, rechts das Dochtrad und unten der Tankverschluss. Der Dochttransport erfolgt bei dieser Lampe wie bei KOSMOS-Brennern über direkten Zahnradeingriff, daher kommt der Docht manchmal etwas ungleichmäßig heraus, was aber vielleicht zumindest zum Teil mit daran liegen kann, dass der von mir benutzte Docht original und somit auch fast 100 Jahre alt ist. Weiter entwickelte Brenner (z.B. Ideal-Brenner) besitzen eine zahnstangengetriebene Hebegarnitur.
Wie ein solcher Brenner in Einzelteilen aufgebaut ist, habe ich in den Steckbriefen von www.hytta.de dargestellt. [Edit 28.05.2025: Die Steckbriefe gibt es leider nicht mehr.]