Titolanterni/DFR

Titolanterni/DFR

Typ: RDW2008

Baujahr: teils/teils

Namensgebung: Ähnlich wie Titolanterni, nur eben anders

Anschaffung: Sagen wir mal eher Fertigstellung Frühjahr 2009

Zustand: Teils neu, teils alt, teils selbstgebaut

Besonderheiten

Diese Laterne kann man so nicht kaufen; zugrunde liegt die Absicht, auf der Basis eines Titolandi-Brenners etwas Ähnliches wie die Titolandi Lanterne N33 aus noch erhältlichen Teilen herzustellen.

Dazu zählen der Schirm einer GENIOL® 830 (150HK), die Haube einer ebensolchen (oder ein Umbau einer z.B. Petromax®-500HK-Baugröße), das Glas für eine Dietz® Blizzard, ein 85mm-Kugelring sowie ein bißchen Blech, Flach- und Rundmessing. Ausgerüstet und fähig zum Hartlöten sollte man ebenfalls sein.

Der Brenner mit Galerie ist zwingende Voraussetzung, der Tank stammt bei mir ebenfalls von Titolandi – entweder auch aus einer Laterne oder als Einsatz für eine Vasenlampe. Es funktioniert theoretisch auch mit anderen Tanks, sofern sie eine Belüftung haben. Diese kann im einfachsten Fall für Spiritusbetrieb ein kleines Loch im Fülldeckel sein, für Benzin würde ich doch die Originalkonstruktion bevorzugen, die evtl. entstehende Dämpfe an die Tankunterseite leitet, wo sie sich nicht an der Brennerflamme entzünden können.

Was war zu tun?

Ausgehend davon, daß Brenner und Galerie irgendwie auf einem passenden Tank sitzen, muß nun eine Befestigung für das bauchige Außenglas geschaffen werden. Das innere (Zug-)Glas ist ein gerader 48mm-Zylinder mit möglichst 180mm Länge. Kürzere Zylinder führen dazu, daß sich die Flamme schlecht in die Höhe zieht, längere Zylinder bewirken starke Geräusche bis hin zum Orgeln. Dazu paßt prima das Dietz®-Laternenglas, und es sollte eigentlich auch wunderbar in einen 85mm-Kugelring passen. Abhängig von den Fertigungstoleranzen tut es das auch – oder auch nicht. Dann läßt sich aber die Außenseite des Kugelrings vorsichtig aufbiegen, bis das Laternenglas hineinrutscht.

Leider fällt der Kugelring nun immer noch an der Brennergalerie herunter. Das läßt sich dadurch beheben, daß man die „Zähnchen“, die innen nach oben zeigen, um 180 biegt, bis sie halt nach unten kucken. So läßt sich der Innendurchmesser verkleinern, und der Ring sitzt auf der Sicke an der Galerie auf.

Laternenglas auf KugelringKugelring umgebogen

Jetzt müssen wir noch alles „unter die Haube kriegen“. ,-) Gehen wir erstmal vom einfacheren Fall aus, der Verwendung einer GENIOL®-830-Haube, die ja naturgemäß mit dem Reflektorschirm zusammenpaßt. Leider sitzt die Haube nicht paßgenau auf dem Dietz®-Zylinder, sondern braucht einen Adapter. Diesen kann man sich relativ leicht aus nahezu beliebigem Blech herstellen. Ich habe ihn aus 0,8mm starkem Zinkblech gefertigt: Einfach die Scheibe ausschneiden und einen weiteren Blechstreifen zum Ring biegen und weich verlöten. Die angegebenen Maße sind „so circa plus/minus“ – die Glaszylinder differieren wie bereits geschrieben durchaus im Millimeterbereich, daher bitte nachmessen!

AdapterringAdapeterring mit Glas und Haube

Zum Schluß fehlt noch das Tragegestell, das alles miteinander verbindet. Verwendet wurden dafür 5mm-Rundmessing für die Arme, 6x2mm-Flachmessing für den Tankreif und 4mm-Rundmessing für den Tragbügel. Links die Zeichnung, die ich mir als Biegevorlage für die Lyra nach den Maßen der Teile im Maßstab 1:1 angefertigt habe. Ausschlaggebend für deren Form waren schlicht 4 Voraussetzungen:

  1. Unteres Ende muß mit Ring um den Tank zusammenpassen
  2. Mittelteil muß am Außenglas vorbeipassen
  3. Oberes Ende muß durch die Aussparungen des 150er-Schirms passen
  4. Ein Stück oben muß überstehen, um den Tragbügel aufzunehmen

Die Teile müssen vor dem Biegen geglüht und abgeschreckt werden; die engen Radien am Unterende der Arme biegt man am besten warm, sonst reißt und bricht das Material. Wenn alle Formen stimmen, wieder glühen und langsam an der Luft abkühlen lassen, um das Messing wieder zu härten. Die oberen Enden warm zu flachen Zungen ausschmieden. Hier die Bohrungen zum Einhängen des Bügels setzen. Alle Teile paßlich auf feuerfester Unterlage fixieren (viel Spaß! ,-) und hart verlöten.

Das ganze System soll die Laterne fest umschließen und alle Teile zusammenhalten. Jedoch sollte nicht zu stramm gearbeitet werden, damit keine große Spannung auf dem Außenglas lastet.

ZeichnungGestellDetailfoto Tragbügel

Somit wäre die Laterne mechanisch fertig. Ob sie nun leuchtet und mit welchem Betriebsstoff (Benzin oder Spiritus); ob und wo man Glühkörper dafür bekommt oder wie man sie sich selbst zurechtfrickelt – all das läßt sich bereits hier nachlesen.

 

Titolanterni/DFR mit 500er-Haube

Und nun könnte alles zu Ende sein...

...wenn ich nicht
a) die 150er-Haube für meine 150er-Lampe bräuchte
b) eine 500er-Haube ohne Kappe gehabt hätte.

So hob denn weiteres Messen und Experimentieren an. Laternich war die Haube zu hoch und vom Durchmesser her zu groß, aber der 150er-Reflektorschirm paßte schonmal ziemlich genau auf die Schulter unter den Abgasöffnungen. Da ungefähr kann man die Haube also abtrennen und sich einen Adapter von Haube auf Außenglas bauen. Ich habe hier wieder mit Flachmessing gearbeitet, das ich gleich mit dem abgetrennten Haubenteil zu einer Einheit hart verlötet habe. Auf zweckmäßigen Dengelunterlagen entstand aus Messingblech ein oberer Abschluß für die Haube.

Es paßt alles genau so zusammen wie mit der 150er-Haube. Die Maße ergeben sich und hängen halt auch davon ab, was man so an Material nimmt. Deswegen lasse ich jetzt nur noch Bilder sprechen.


500er-Haube abtrennen Adapterring aus Messing Haube und Ring Kappe dengeln Fertige Haube in Seitenansicht Fertige Haube von unten