Titolandi Lanterne Tempête N33

TitoLanterni

Typ: Titolandi Lanterne N33

Baujahr: Ab 1933; des Handrads aus Vollkunststoff wegen schätze ich sie aber eher auf die 1950er Jahre

Namensgebung: Das da oben war mir zu lang. TitoLanterni reicht. ,-)

Anschaffung: Juni 2007 auf dem Treffen in Hirschhorn/Neckar

Zustand: Unbenutzt, neuwertig, aber ohne Zylinder, Tragestell und Blaker

Besonderheiten

Eigentlich keine. Sie ist, was sie ist. Für den Petromax®-Freund mag es eine Besonderheit sein, daß diese Lampe ohne Pumpen, aber ohne Brenndocht, dafür trotzdem mit Vergaser funktioniert – und Benzin verleuchtet. Das Funktionsprinzip habe ich bei der Titolandi Tischlampe erläutert. Hier ist es genauso, nur daß ich sie eben „auf Benzin gelassen“ habe.

Ihre Geschichte

Da ich sie neuwertig und unbenutzt erwarb, dürfte sie halt irgendwo ausgegraben worden sein. Ich weiß nichts Näheres.

Was war zu tun?

TitoLanterni Gestell

Der innere (Zug)Zylinder sowie Tragegestell und Blaker fehlten. Demzufolge mußte ein 48mm-Zylinder auf die passende Länge gekürzt werden. Tragegestell und Blaker sind original DFR-Dengelware®, also selbstgefertigt.

Das Tragegestell wurde dem Original nachempfunden. Ich habe es aus 6mm-Rundmessing hergestellt; der Tankreifen und die Winkel an den Streben wurden warm gebogen, also mit Gasbrenner. Ansonsten wäre das Material (wie Vorversuche an kleinen Stücken ergaben) gebrochen. Die Anschlußstelle des Tankreifens sowie die Verbindungen zu den Streben habe ich mit Kupferlot hartgelötet.

TitoLanterni Blaker

Den Blaker habe ich aus Kupferblech gefertigt, er ist weniger originalgetreu. Die dort angewandte Fertigungstechnik kann ich hier so im Heimbereich nicht anwenden. Es reicht aber für den mechanischen Halt, wenn der Blaker mit dem unteren Ring fest auf die äußere Glastulpe gesteckt werden kann.

Anhand einer groben Berechung habe ich mir eine Papierschablone angefertigt, so daß auf dem Umfang plus Nahtzugabe auch der korrekte Winkel von 120 zwischen den drei Streben entstand.

Das Dengeln der Haube erfolgte... ja, laßt mich anders anfangen...

In unserem Haus fand ich vom Vorbesitzer („von Vaddi noch“) eine Vase aus Messing, wahrscheinlich irgendwann mal aus einer Geschoßhülse gedreht. Hier in der Nähe des Truppenübungsplatzes Munster ist derartige „Kunst“ nicht selten. Die Vase hat einen Durchmesser (konisch) von 56 bis 62mm und hat mir schon oft als Biegevorlage gedient. Der Fuß, ofensichtloch aus Aluguß, bot an seiner Unterseite die perfekte Schablone, um die Kappe des Blakers mit dem Treibhammer in dieser Form herzustellen. Anschließend wurde mit Kupferlot alles zusammen hartverlötet.


Das Original könnt Ihr Euch bei Torsten Scherning ansehen – er hat eine typgleiche Lampe mit originalem Blaker und Gestell erworben.


Zum Abschluß noch ein paar Bilder...

Titolanterni Handrad
Das Handrad
Die Eigenubau-Socke
Glühstrumpf aus Coleman® 1111 umgebaut
Vorwärmen
Vorwärmen mit der selbstgebauten Gabel (Glasfaserschnur-Wicklung) und Spiritus

Nachtrag #1 (22.10.2008)

Titolandi Glühkörperpackung

Seit dem Treffen in Delbrück dieses Jahr liegen bei mir zwei Original-Glühkörper für Titolandi herum. Nun habe ich mich entschlossen, eine Packung zu öffnen und den Glühkörper in Betrieb zu nehmen. Man mag mich dafür schlagen, verfluchen und zum Teufel wünsche – ich gehe nicht davon aus, daß ich im nächsten Leben auch wieder Lampensammler werde; somit bleibt mir nur dieses eine Leben, solche Glühkörper in Betrieb zu sehen. Selbst wenn ich im nächsten Leben wieder damit zu tun hätte... wer weiß, ob's dann die Glühkörper noch gibt?,-)

Also, schauen wir uns das an!

Man erkennt, daß die Form der selbst umgefummelten Coleman® 1111er-Socken deutlich abweicht, die Feinmaschigkeit des Gewebes kommt aber im Gegensatz zu den Glühkörpern für Petroleum-Drucklampen dem Original recht nahe. Und, um alle zu beruhigen, die eben nicht an einen Original-Glühkörper herankommen (oder ihn nicht verschleißen wollen): Die Lichtausbeute mit dem Selbstumbau ist im Vergleich durchaus gut.